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Child - Blueside - Album Review

Heavy Visceral, so betiteln die 2012 gegründeten Blues Rocker aus Melbourne ihren überaus langsamen und vor allem schweren Blues Rock. Ein zäher Bastard, geformt aus Blues, Seventy-Style und einer Prise Doom.

Wem sich hier noch Schubladen offenbaren, aus denen beim Öffnen Stoner und Psychedelic hervorquellen, der liegt möglicherweise gar nicht so falsch. Das konsequent verwendete Schneckentempo hinterlässt den Eindruck, als wenn das Trio aus Down Under den Ansaugkanal für Sauerstoff anderweitig verwendet oder vielleicht besser ausgedrückt, an Cild zieht ein Panorama vorüber, das von Bremsklötzen aus Cannabis angetrieben wird.

Ich bin keine Freund spontaner Jam-Sessions, doch "Blueside" ist offenbar auf diesem Weg aus seinem nebligen Blues-Loch gekrochen, was man diesem Album zweifelsohne anhört. Abwechslung - nichts dagegen, nur würde es sich ausgesprochen gut machen, wenn man nach der drölfzigsten Runde ein paar Songteile wiederkennen würde. Womöglich trage ich etwas dick auf oder es fehlt mir einfach an bewusstseinserweiternden Substanzen, jene mich auf ein Level hieven, die der Musik ebenbürtig ist.

Bluside ist keinesfalls schlecht, aber zu jeder Sekunde sehr speziell, was den klassischen Blues Rock-Fan wohl eher zur Verzweiflung treiben dürfte - statt in den geliebten Plattenladen. Ich würde mich nicht wundern, wenn "Konuszigaretten" rauchende  Schreiberlinge das Album in den Himmel loben, da sie ja ohnehin einen direkten Draht zum Quell des psychedelischen Nebels haben. 

Produktionstechnisch geht der Rundling in Ordnung, obwohl derlei Alben auch muffige Produktionen vertragen könnten. Den rohen Proberaum-Sounds abgehalfterter Instrumente aus vergangenen Tagen dürfte es nicht schaden. Musikalisch ziehen die Jungs alle Register, wenn auch ganz langsam und äußerst puristisch. Zwischen Sozialkritik und etwas Liebe, verirrt sich einstweilen auch mal 'nen Hammond-Sound, ansonsten führen die drei großen Instrumente der guten alten Rockmusik durchs Programm. Ich assoziiere mit dieser Musik eine stickige Bar, in der Nachwuchskapellen ihr Seelenheil suchen, während die anwesende Suchtgemeinde im Zeitlupentempo Kugel um Kugel über den Billardtisch schiebt,  aus selbigen orakelt, um die Existenz der dritten Dimension zu besiegeln.

Dirk

7,5/10 Talkern


VÖ: 2.12.2016 - Label: Kozmik Artifactz



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