1. Releases

  2. Interviews

  3. Live-Dates

  4. Verlosung

  5. Shirt-Talks

  6. wir hören



Motörhead & Anthrax, Berlin 5.12.12

Auf manche Dinge ist doch noch Verlaß - so auch darauf, daß Motörhead im Dezember die Hauptstadt heimsuchen. Nachdem das Konzert ursprünglich in der Columbiahalle stattfinden sollte und wegen der großen Nachfrage in den größeren Hangar 2 verlegt wurde, kurz vor dem großen Tag eine erneute Verlegung: ins Velodrom! Skepsis machte sich breit. Sollten Motörhead und Konsorten tatsächlich diese riesige Halle füllen?

Pünktlich um 19.30 enterten Diaries of a Hero die Bühne und legten sich gleich ordentlich ins Zeug. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt zu etwa einem Drittel gefüllt. Bekanntermaßen hat es ein Support-Act immer schwer, die Leute warten schließlich auf ihre Helden. Wenn diese auch noch Motörhead heißen und dazu noch Anthrax als special guest mitbringen, so kann man eigentlich nur velieren. Der undifferenzierte Sound dürfte auch nicht ganz unschuldig daran sein, dass trotz aller Bemühungen der Band nicht mehr als Höflichkeitsapplaus drin ist.

Ganz anders bei Anthrax: im mittlerweile gut gefüllten Velodrom (wo kamen die ganze Leute auf einmal her?) prügelte die bestens aufgelegte Band mit unglaublicher Präzision und Lautstärke ihre Songs durch die Boxen. Die beiden Aktivposten Joey Belladonna und Scott Ian fegten wie die Derwische über die Bühne und hatten sichtlich Spaß in den Backen. Vor der Bühne bildeten sich beachtliche Moshpits und auch das restliche, gemischte Publikum im hinteren Teil der Halle und auf den Rängen schien seinen Spaß zu haben, überall wurden die Pommesgabeln ausgepackt und Köpfe geschwungen. Nach ziemlich genau einer Stunde Spielzeit hatten Anthrax fertig, hinterließen eine begeisterte Meute und haben mit Sicherheit auch neue Fans dazugewonnen.

Nach der Umbaupause dann endlich Zeit für Motörhead! Die Halle ist rappelvoll, die Stimmung prächtig. Doch als Lemmy und seine Mitstreiter die Bühne betreten, gibt es schon Ärger: "stop this!" knarzt Lemmy ins Mikrofon, als ein Bierbecher auf die Bühne geflogen kommt. Sprichts, und schon landet der nächste Becher auf der Bühne. Die Folge: das Licht geht aus, Lemmy stapft von der Bühne, fragende Gesichter überall. Nach kurzer Pause kehrt er zurück und die Show beginnt. Mit bestialischer Lautstärke rotzt die Band ihre Songs ins Velodrom. Mikkey Dee verprügelt sein Drumkit mit unglaublicher Energie und stellt sein Können auch beim Drumsolo eindrucksvoll unter Beweis. Lemmy und Phil halten nicht viel von Bewegung und betätigen sich als coole Säue. Allerdings wirkt Lemmy etwas angeschlagen, er überläßt Phil viele Ansagen, auch die Spielzeit fällt mit einer guten Stunde ziemlich knapp aus. Außerdem können es einige Unverbesserliche nicht lassen und befördern immer wieder Bierbecher auf die Bühne. Doch all das tut der Stimmung keinen Abbruch. Na klar, die üblichen Verdächtigen wie "Stay Clean", "Metropolis", "Killed by Death", "Going to Brazil" sind natürlich mit dabei und sorgen für Stimmung bei der hungrigen Meute. Mit "Ace of Spades" endet schließlich das Konzert, als Zugabe gibt es noch "Overkill", welches unter tatkräftiger Mithilfe der Anthrax-Gang im Stroboskop-Gewitter brutal runtergeholzt wird, bevor 7500 Zuschauer glücksselig die Halle verlassen und sich bei minus sechshundersechsundsechzig Grad auf den Heimweg machen.


 



 

Hard'n'Heavy eventim.de


 hard & heavy Tickets bei www.eventim.de


Konzert Reviews

GUNS N' ROSES - Live Review - 22.06.2017 Hannover Messegelände

Legenden, Helden, Vorbilder. Schon Genrationen vor uns feierten die "gefährlichste" Band der Welt. Mit ihren Skandalen, Drogen & Alkoholkonsumen machten GUNS' N ROSES nicht nur Schlagzeilen, sie wurden durch ihre Musik zu einer Art aggressivem Kult der 80er und 90er Jahre. Wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, die Band vllt. das ein oder andere Mal live sah, weiß sicherlich, wovon ich spreche.

Weiterlesen ...

Feldbrand Festival 2016 - The Vibe - Slot Machine - Used F.O. - Review

Feldbrand Festival? Sicherlich ein Erntedankfest, das wie so viele Events im Herbst dem huldigt, was der Mensch Mutter Erde mühevoll abgerungen hat, um es zu vergären, zu brennen und zu verehren. Nicht schlecht, dachte ich und machte mich auf ins malerische Willmersdorf nahe der Stadt Bernau, die schon im Mittelalter über die Grenzen hinaus für ihre Braukunst bekannt war.

Weiterlesen ...

Live Review Cattle Decapitation + Letzter - Bi Nuu Berlin - 18.07.2016

Nachdem Cattle Decapitation bereits im Frühjahr im Rahmen der Tyrants of Death Tour die Grundfeste der europäischen Clubs eingerissen haben, sattelte das Death-Grind-Quartett aus San Diego wieder die Pferde, um unter dem Banner "The European Extinction" die Begleitmusik für das Aussterben des Kontinents zu liefern.

Weiterlesen ...

Metal Frenzy 2016 - Live Review - Samstag 18. Juni - Gardelegen

Himmel, Arsch und Wolkenbruch - war das ein Event! Zwar können wir nur vom Samstag berichten - Asche auf unser Haupt - doch um sich einen Eindruck von den Gegebenheiten und der Organisation zu verschaffen, reichte der finale bzw. letzte Tag allemal aus.

Weiterlesen ...
Generation Kill "We're All Gonna Die" 2013

Die Band Generation Kill muss es wissen! Wir werden alle sterben! Im übertragenen Sinne fasst der Albumtitel kurz und knapp das Ergebnis sowie die Folgen unseres rücksichtslosen Daseins zusammen. Die Musik von Generation Kill passt in die heutige Zeit wie 550 Geschosse in den Lauf eines M60's, nur brauchen Rob Dukes und seine Mannen wesentlich mehr Zeit, um ihre Bullets erbarmungslos auf den Feind abzufeuern. Ein M60 benötigt dafür lediglich eine Minute, Generation Kill lassen es dafür geschlagene 40 Minuten krachen, in denen sie mit klassischem Thrash Metal, knallharten Texten und jeder Menge Herzblut eindrucksvoll beweisen, dass ihr Debut-Longplayer "Red, White And Blood" keine Eintagsfliege war.

Weiterlesen ...