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Chronical Moshers Open Air 2016 - Live Review - Zwischen Idylle, Heavy Metal und Grünem Bitter - Freitag, 10. Juni Chronical Moshers Festival 2016

Freitag, 10. Juni 2016

Orphan Execution hatten am Freitag die Ehre, das Festival nun auch musikalisch eröffnen zu dürfen und wurden dieser Rolle mehr als gerecht. Vor erst vier Jahren absolvierten die Jungs auf dem Chronical Moshers ihren allerersten Gig. Dennoch zog der Fünfer erstaunlich viele Metalheads vor die Bühne und zwiebelte den Anwesenden ohne Gnade die Brutal Death-Keule in den Nacken. Vokillist David prüfte mit seiner extrovertierten Performance sämtliche Verschraubungen der Moshers-Bühne auf Standfestigkeit und dürfte nach der Show eine halbe Ewigkeit gebraucht haben, um sich aus dem Mikro-Kabelsalat um seinen Hals zu befreien. Kurzum - Orphan Execution merkte man die Laune, mit der sie diesen Gig angingen, bis in die Haarspitzen an, was sich auch zunehmend im Publikum widerspiegelte. So bedankte sich das Todesblei-Quintett aus Falkenstein tausendfach bei den anwesenden Zuschauern, die diesen Death-Metal-Geheimtipp gnadenlos abfeierten. Es bleibt zu hoffen, dass sich Orphan Execution mit ihrem neuen Album, welches noch in diesem Jahr erscheinen soll, auch in Berliner Gefilden blicken lassen. Hut ab! 

Für hemmungslose Melodic-Death-Exzesse mit Modern-Metal-Kante sorgten am frühen Abend Parasite Inc. Der Vierer hatte anfangs zwar mit Soundproblemen zu kämpfen, die im Laufe des Sets allerdings egalisiert werden konnten. So krabbelte mit jedem weiteren Song die perfekte Riffarbeit, die diese Truppe auszeichnet, in unsere Ohren und machte sich dort auch noch lange nach dem Gig breit. Der bandeigene Klassiker "The Pulse Of The Dead" wurde hemmungslos zelebriert und Sänger Kai schien das ein oder andere Mal nach Worten zu suchen, um sich bei dem ausgelassenen Moshers-Publikum zu bedanken. Ambitionierte Guitar-Heros dürften sich nach diesem Gig schonmal in der Stube einschließen, um ihre Ukulelen in Zukunft nur annähernd so zu streicheln wie Parasite Inc. Von der qualitativen Warte her, waren Parasite Inc der unumstrittene Tagessieger!   

Mit ordentlich Anlauf, aber auch einigen Startschwierigkeiten, zwiebelte die Berliner Death n' Thrash Institution Postmortem den Moshers eine gehörige Schelle vor den Frontallappen. Ob die Sound-Verantwortlichen genau von dieser Backpfeife schon während der ersten Töne des Intros weiche Knie bekamen und den Jungs deshalb den Strom abstellten, werden wir wohl nie erfahren. Nach einigen Minuten feuerten Postmortem dann allerdings die ersten Salven gen Publikum und machten bekanntermaßen keine Gefangenen. Die Menge meldete sich spätestens bei dem Seeds of Devastation-Klassiker "Ghost Of The Warship" das erste Mal lautstark zu Wort, während sie mit wehenden Langhaarmähnen für gewaltigen Wirbel im Zelt sorgte. Postmortem zockten ihren Gig routiniert zu Ende, haben für das kommende Protzen Open Air aber noch ein wenig Luft nach oben.


Die Düster-Deather unter den Chronical Moshers-Anhängern sollten bei der Ankündigung von Purgatory bereits ehrfüchtig ihre Patronengürtel bestückt haben, denn mit der neuen Scheibe "Omega Void Tribunal" im Gepäck hatten die vier Krachmacher acht weitere Geschosse im Köcher, die nur darauf warteten den Hauptmannsgrüner Mühlteich blutrot färben zu können. Mit einem bombastischen Klanggewand ausgestattet, lärmten sich Purgatory durch die Vogtländische Idylle. Fast gänzlich in Nebel getaucht, ohne viel Schnick-Schnack, dafür aber mit chirurgischer Präzision, schwang der Todesblei-Vierer das Skalpell gnadenlos durch die Nacht und ließ dabei kein Auge trocken. "Seeds Of Annihilation" ließ gleich nach dem Opener die Bandscheiben in der Halswirbelsäule auf die Stärke von Butterbrotpapier schrumpfen, aber auch neue Songs wie "Chaos Death Perdition" zündeten lichterloh. Purgatory machten mit dieser Zeremonie unweigerlich klar, dass mit ihnen wie eh und je zu rechnen ist! Spreading The Fucking Rage since 1993 und bitte noch viel länger!!! 

Den Co-Headliner mimten am ersten Abend die Schweden-Deather von Unleashed. Mit fast 27 Jahren auf dem Buckel verlieren die Mannen um Steuermann Johnny Hedlund nichts von ihrer Midtempo-Schweden-Kante und groovten sich durch ihr ganz eigenes Storyboard. Eine gut ausgeglichene Waage von altem und aktuellerem Liedgut hielt für jeden Anhänger des Hammer Battalions einen Nackenbrecher parat. "Where Is Your God Now?", "To Asgaard We Fly", "Fimbulwinter" oder "The Avenger" - Schweden-Death at it's best, wohin die Lauscher horchten! Das obligatorische "Hammer Battalion" wurde frenetisch abgefeiert und zeigte, dass sich Unleashed nach diesen vielen Jahren immer noch auf ihren Rückhalt verlassen können. Dieser Death-Metal-Streitmacht konnte wohl nur noch der Headliner auf Augenhöhe begegnen.

Dieser ließ allerdings erst einmal eine ganze Weile auf sich warten und checkte ausgiebig den Sound. Als Kataklysm allerdings die ersten Töne von "Breaching The Asylum" durch das Moshers-Zelt schickten, war all dies Geschichte. Die Northern-Hyperblast-Institution legte los wie die Feuerwehr und sorgte für ordentlich Furore in den vorderen Reihen. Frontröhre Maurizio huldigte dem Mob mit den Worten "This show is better than Wacken" und verwies darauf, dass das Quartett ebenfalls auf solch kleinen Bühnen die ersten Gehversuche in Richtung Todesblei-Hochkaräter begangen hat. Der brutale Evergreen "As I Slither" wurde durch Crematory-Goldkehlchen Felix aufgepeppt, sodass sich der ein oder andere Crowdsurfer über das Moshers-Publikum wagte. Auch alte Schinken wie "The Resurrected" verirrten sich in die Setlist der Kanadier und ließen den mit Hopfenkaltschale gefüllten Bierbecher in meiner Hand ehrfürchtig um Vergebung schreien. Unter dem Strich passte in dieser Nacht alles zusammen - ein bestens aufgelegter Todesblei-Vierer, der ausgelassene Pöbel vor der Bühne und das Chronical Moshers-Feeling an sich, stampften ein musikalisches Livemonument in den Hauptmannsgrüner Erdboden, dass sich jede Band, die was auf sich hält, gern auf eine Live-DVD brutzeln lassen würde. Chapeau meine Damen und Herren - ein durchaus würdiger Abschluss für den ersten Festivaltag!  

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