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Monkey3 "The 5th Sun" 2013

Kennt ihr das überragende Gefühl, wenn sich in dem vom Alltag geschundenen Leib alles zusammenzieht, man vor Freude intervallartig die Bauchmuskeln im Takt der Musik anspannt, sich auf dem Rücken und neuerdings auch im Gesicht eine megafette Gänsehaut abzeichnet und ihr einfach nicht möchtet, dass diese überirdisch geniale Passage des Songs aufhört? So geschehen beim ersten Durchlauf des aktuellen Longplayers "The 5th Sun" der Schweizer Monkey3. Genauer gesagt bei Track Numero one, jener auf den Namen "Icarus" hört. Man will umgehend auf die Straße stürmen und der ganzen Welt schreiend mitteilen, dass diese Musik grenzenlos genial ist.

Monkey3 bauen in ihren Songs derartige Soundwände auf, wie sie in dieser Form und Perfektion nur von wenigen Musikern erzeugt werden können. Eine grundsolide Stoner-Stimmung wird in gigantische Hammond-Gewänder gehüllt, Keyboardsound-Türme stapeln sich mehrfach übereinander, nicht enden wollende Gitarrensoli setzen dem ganzen eine majestätische Krone auf. Nachdem nun der Spirit dieser Musik in eure Nervenbahnen injiziert wurde, bekommt ihr eine kurze Pause, doch dieser Moment der Entspannung ist nur die Ruhe vor dem alles entscheidenden Sturm. Wieder und wieder bauen sich noch viel höhere und wildere Soundwände auf, die Soli packen dich wie der züngelnde Kopfschmuck der Medusa, drehen dich dreidimensional in die Kompositionen der Monkey3s, du verlierst den Boden unter den Füßen, wirst sogleich von den akustischen Flächen behutsam aufgefangen, um mit der finalen Sounddichte bis zum Horizont getragen zu werden. Erst dort erfährt eure Seele endgültige Ruhe. Gewaltig, dieser Song!

Allein dieser über 14 Minuten währende Track ist es wert, die persönliche CD-Sammlung um ein weiteres Exemplar aufzustocken. Will man die Musik der Schweizer mit wenigen Worten charakterisieren, wäre zunächst der fehlende Vocalist zu nennen. Vom Fehlen kann jedoch nur indirekt gesprochen werden, da man bei diesem Klangerlebnis keinesfalls einen Sangesmeister vermisst. Black Sabbath & Pink Floyd lieferten nicht nur das Grundgerüst für die Musik der Monkey3-Jungs, sie wären bestimmt auch sehr stolz auf die Schweizer, haben sie es doch geschafft, mit ihren Kompositionen und natürlich auch mit der weitaus moderneren Technik, den Spirit der 70er Jahre zu bannen und absolut packende Songs im Stile der alten Helden zu schreiben.

Im weiteren Verlauf des Albums gibt es immer wieder sehr spannende sowie intensive Momente in den Songs, jene das Album in seiner Gesamtheit zu einem absoluten Hightlight im letzten Quartal des 14. Jahres nach der Jahrtausendwende werden lassen. "Icarus" jedoch  bleibt kompositorisch unerreicht und wird es auch vermutlich für viele Jahre bleiben. So einen grandiosen Song schreibt man nicht alle Tage. Ich verneige mich hiermit vor den Musikern und möchte dieses Album in den Himmel loben. Sehr, sehr schwer zu empfehlen.

Dirk

VÖ: 25.10. 2013 via Napalm Records

 

Rhapsody Of Fire "Dark Wings Of Steel" 2013

Rhapsody Of Fire ist eine der beiden Bands, die ursprünglich aus Rhapsody hervorgegangen sind. Lucca Turilli's Rhapsody wäre dann also Band Numero 2. Wenn wir das Rad der Zeit noch etwas weiter zurückdrehen, dann landen wir im Jahr 1993 und damit auch bei der Vorgänger-Band Thundercross. Ohne Zweifel haben alle beteiligten Musiker im Verlauf der vergangenen 20 Jahre großartige Musik geschrieben. Manchmal wurde es mir ein wenig zu viel Abenteuer und Bombast. Halbgare Kompositionen oder meinetwegen auch fruchtlose Phasen haben ihr Übriges getan. Es kam wie es kommen musste, die Luft war raus und als Fan verliert man dann schnell den enthusiastischen Anschluss und verfolgt das Schaffen einer Band nur noch im Augenwinkel. Um so schöner, dass ich nach dem ersten Durchlauf von "Dark Wings Of Steel" sofort das Gefühl hatte, die Songs der neuen Langrille besitzen wieder Klasse und bestechen mit ausgereiften Harmonien.

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