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Octanic - The Mask Of Hypocrisy - Review

Ich will es nicht glauben! Habt ihr Vorurteile geladen? Dann werft diese mal für die Australier von Octanic geschwind über Board. Unfug, jeder sollte das hören, was ihm zusagt und gegen eine feste Meinung ist nun gar nichts einzuwenden.

Aber eins steht fest und ist nicht von Hand zu weisen: Octanic haben hier ein verdammt interessantes Album abgeliefert. Zwar ist die Produktion alles andere als rühmlich, doch hat es dem Potential der Kompositionen nicht geschadet. Auch wenn der Sound muffig und zu komprimiert aus der Röhre wabert, wird jeder Fanatiker moderner Metal Sounds zugeben müssen, dass Octanic ein fantastisches Gespür für Struktur & Konstrukt eingängiger Songs besitzen.

Das Problem: Sie beackern derart viele Felder, dass Symphonic Metaller - der altbackenen Keys-Sounds wegen - miesepetrig die Nase rümpfen werden. Oldschooler werden sich sowieso die Haare raufen - sofern noch vorhanden. In Flames und Parkway Drive Barden werden die röhrige Produktion verteufeln - und Type O Negative Fans werden sich in einigen Passagen rein gesanglich bestohlen fühlen. Noch 'ne Kelle rüttligen Disturbed-Sound draufgegossen und fertig ist der Aufreger aus Down Under. Selbst vor sprudeligen Pokemon-Klängen scheuen Octanic nicht zurück. Dieser wahnwitzigen Soße aus vielen Elementen, die leider - ich erwähnte es bereits - in einer hundsmiserablen Produktion ertränkt wurde, stehen zugegebenermaßen unendlich viele brauchbare Harmonien und Melodien gegenüber! Nun mach mal was daraus! Das Teil einfach nur abzutun und den erhabenen Althippie raushängen zu lassen, wäre verdammt ungerecht.

Fakten müssen also her: Punkt 1: Octanic bedienen sich vieler Spielarten und rücken alten Helden damit nur all zu dicht auf den Leib, haben ihre Ausaufgaben aber verdammt gut erledigt. Punkt 2: Ihre Melodien sind gut und die unerschütterliche Säule auf "The Mask Of Hypocrisy ". Punkt 3: Die dominant kitschigen Key-Sound verschandeln das Gesamtbild und lassen den Konsumenten an den Melodien vorbeihören. Punkt 4: Spätestens der Produzent hätte die Notbremse ziehen müssen, damit dieser röhrige Kompressions-Müll auf keinen Fall auf eine CD gepresst wird. Es ist verdammt schade, dass angesichts moderner Produktionsmöglichkeiten eine CD ihren Niedergang erfahren muss, weil der Sound einfach so auf den Ohrknochen drückt, das nur noch den Eject-Button für Linderung sorgt. Zum Teufel, macht dat Dingen einfach noch mal. Wenn die Jungs nicht aus down under kämen , würde ich mich auf den Kopf stellen, damit sie noch einmal das Studio entern. Perlen vor die Säue, so könnte man das sehen.

Resümee: Subtrahiert man Kitsch und Produktion von der musikalischen Gesamt-Leistung, bleiben immer noch 6,5 Talker über. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn hier wortgewichtige Musiker oder Produzenten - aus dem Dunstkreis der Band - auf den Tisch gehauen hätten, um das Kind beim Namen zu nennen. Schade und vor allem zu spät! Ich könnte vor Wut heulen, wenn ich die billigen Orchesterbeats in dem genialen Song "Fear The Reaper" (Track 7) höre. Mehr Theatralik hätten In Flames in einem Song auch nicht untergebracht. Freunde, die Firma Roland hat doch schon 1996 besser Samples auf der JV-2080 Serie gehabt.

Dirk

6,5/10 Talker  


VÖ: 13.11.2015 - Label: Into Records


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